Der Leistungskurs Latein der 12. Klasse beim 10. Lateintag der Universität Potsdam

Am 2.10.2014 nahmen wir, die Schülerinnen und Schüler des Latein-LK 12, zusammen mit Frau Metting am 10. Potsdamer Lateintag an der Universität Potsdam teil, dieses Jahr unter dem Thema „Wille, Willensfreiheit, Willkür“.  Rund 500 Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler und andere Interessierte fanden sich in dem großen Hörsaal ein und wurden als Erstes um 9:30 Uhr von Prof. Dr. Ursula Gärtner traditionell auf Latein begrüßt. Nach einer kurzen Einleitung, bei der das große Thema des 10. Lateintages und dessen Ablauf erläutert wurden, folgte dann der erste Vortrag von Prof. Dr. Christiane Kunst zum Thema „Die römische Gesellschaft und der Wille“. Am Beispiel des Lebens und des Wirkens des römischen Politikers Aemilius Scaurus brachte sie uns die verschiedenen Möglichkeiten nahe, die Männer und Frauen im antiken Rom hatten, um ihren Willen durchzusetzen, angefangen vom Einfluss eines Politikers, über die Privilegien des „pater familias“, des Oberhauptes einer Familie, bis hin zum System der „Patronage“ bzw. „Matronage“, das sogar Frauen ermöglichte, bis zu einem gewissen Grad Einfluss zu gewinnen und gesellschaftliche und politische Vorgänge zu beeinflussen.
Nach einer viertelstündigen Pause folgte dann der zweite Vortrag von Prof. Dr. Horn, der mit beeindruckenden rhetorischen Fähigkeiten zum Thema „Tyrannen tun nichts von dem, was sie wollen? -Zum Begriff des Willens in der antiken Philosophie“ referierte.  Während sich der erste Vortrag auf die tatsächlichen Möglichkeiten der Willensausübung in der Antike bezog, erhielten wir nun einen philosophischen Überblick über die verschiedenen Arten und Begriffe des Willens und die unterschiedlichen Auffassungen der Philosophen der Antike und der folgende Jahrhunderte zum Willensbegriff, wie er sich bis heute verändert hat und natürlich, warum Tyrannen dazu neigen, nicht etwa das zu tun, was sie wollen, sondern das, was ihnen gerade richtig erscheint.
Nach einer einstündigen Mittagspause ging es für unseren Latein-LK zum anschließenden Workshop für das sogenannte „www.BrAnD2“-Projekt (Zweites Brandenburger Antike Denkwerk), an dem unser Latein-Kurs teilnehmen wird. Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung zielt das Projekt auf eine Zusammenarbeit zwischen der Universität Potsdam, Studierenden und natürlich den Partnerschulen mit Lehrern und Schülern ab. Im Verlauf des Workshops erhielten wir weitere Informationen zum Projekt und die Möglichkeiten, die sich dadurch für uns ergeben.
Mit den verschiedenen Workshops und Seminaren ging der 10. Potsdamer Lateintag gegen 14:30 Uhr zu Ende und wir machten uns mit vielen neuen Eindrücken vom Universitätsalltag und interessanten Erkenntnissen rund um das überraschend komplexe Thema „Wille, Willensfreiheit, Willkür“ auf den Heimweg.