Besuch in unserer israelischen Partnerschule im Mai 2015


 
Am Morgen des 30. April 2015 begann unsere Reise nach Israel um 5 Uhr. Nachdem wir uns in den Wochen zuvor auf den Austausch vorbereitet und den ersten Kontakt zu unseren Austauschpartner aufgenommen  hatten, saßen wir, 15 Schüler des 9. Jahrgangs, Frau Voß, Herr Reinkensmeier und die Mutter einer Schülerin, im Flugzeug und warteten nervös auf den Start. 4 Stunden Flug standen uns bevor. 
Um 12 Uhr Ortszeit landeten wir sicher im warmen Tel-Aviv. 

Nun spürte man die Nervosität, zum ersten Mal unsere Austauschpartner zu treffen, deutlich. Die Israelis empfingen uns mit Plakaten freundlich am Flughafen. Nachdem wir alle unsere Austauschpartner gefunden und begrüßt hatten, fuhren wir mit dem Bus zur Schule nach Hod HaSharon. Auf der Busfahrt wurden erste Gespräche auf Englisch begonnen und wir fühlten uns gleich wohl. Danach folgten wir unseren Partner zu unserem neuen Zuhause für eine Woche. Am Nachmittag lernten wir unsere Austauschpartner  besser kennen und entdeckten Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wir trafen uns alle am Abend im Garten eines israelischen Schülers wieder und tauschten uns über unseren ersten Tag aus. Wir spielten, redeten und lachten viel. Die Israelis zeigten uns einige Tänze und auch sie schwangen kräftig das Tanzbein zu deutschen Liedern. Besonders begeistert waren sie vom „Fliegerlied“ und „Annemarie“.  Trotz des frühen Aufstehens wurde es ein langer und ausgelassener Abend. 
Nach der ersten - nicht sehr langen - Nacht sahen wir uns alle in der Schule wieder. Die Israelis hatten ein Willkommensgeschenk für uns: Wir bekamen Basecaps, da in Israel fast immer die Sonne scheint.  Dann trafen wir die Teilnehmer des Austausches 2013 und tanzten „Annemarie“ zusammen. Auch gab es noch etwas zu feiern. Eine deutsche Schülerin hatte Geburtstag. Wir sangen „Happy Birthday“ für sie und sie bekam einen Kuchen, den wir zusammen aßen. Nachdem die israelischen Schüler uns ihre Schule gezeigt hatten, ging es zu einem Kunstprojekt, bei dem wir aus Flaschen und Pappe Kartons bastelten und bemalten. Es war sehr lustig und endete damit, dass alle blaue Farbe im Gesicht hatten. Da wir nach der anstrengenden Arbeit Hunger hatten, gingen wir zusammen Falafel essen. Außerdem feierten wir an diesem Abend auch Kiddush, ein jüdisches Fest.
Am Samstag stand nichts auf unserem Programmzettel, aber die Israelis hatten trotzdem etwas geplant. Wir verbrachten den Tag am Strand in Tel-Aviv,  gingen baden, spielten Fußball und versuchten uns in der Sonne nicht zu verbrennen, schließlich waren es 25 Grad im Schatten.
Am Sonntagmorgen waren wir alle sehr gespannt, da die Fahrt nach Jerusalem ging. Zuvor jedoch besuchten wir das Holocaust Museum in der Nähe. Es war sehr berührend und wir alle merkten, wie wichtig es ist, an so einem Austausch teilzunehmen. Dann fuhren wir in die Stadt und bekamen eine Stadtführung. Sie war sehr lustig, da der Mann in verschieden Rollen schlüpfte und auch uns mit einbezog, um uns die Geschichte Jerusalems näher zu bringen. Danach sollte die Fahrt weiter zur Klagemauer gehen, aber da ein Tunnel gesperrt war, musste dies leider ausfallen. Wir übernachteten in einer Jugendherberge in der Nähe von Jerusalem und sprachen am Abend über unsere Gedanken und Gefühle zum Holocaust. Es war schön zu sehen, wie sehr wir uns vertrauten, da wir bewegende Geschichten miteinander teilten.
An unserem fünften gemeinsamen Tag stand etwas sehr besonderes auf unserem Plan. Wir besuchten Knesset, das israelische Parlament. Es gab eine Führung und wir trafen auch ein Mitglied des Parlaments, den Großvater einer israelischen Schülerin. Er erzählte uns über seine Aufgabe im Parlament und wir konnten ihm Fragen stellen. Nachdem sehr interessanten Besuch ging es, zur großen Freude aller, zum Toten Meer. Auf der Busfahrt dahin schliefen viele, da die letzte Nacht doch sehr kurz war. Am Toten Meer war es atemberaubend. Das Meer war warm und man trieb, wegen des hohen Salzgehaltes, wie ein Korken im Wasser.
Am Dienstag fand ein archäologisches Projekt statt, zu dem wir in einen israelischen Wald fuhren. Dort trugen wir Steine von einer Ausgrabungsstätte zu einem anderen Platz. Zur Stärkung rösteten wir danach Pitta, israelisches Brot, über dem Feuer und aßen es zusammen mit Schokoladencreme. Am späten Nachmittag gingen wir zusammen in das beste Humus-Restaurant in Hod HaSharon. Für viele war es das erste Mal, dass sie Humus aßen und es schmeckte fast allen. Die israelischen Schüler gingen am Abend  in eine Theateraufführung und die Deutschen sahen sich Tel-Aviv bei Nacht an.
 An unserem letzten Tag besuchten wir die Gärten von Ramat Hanadiv, welche zu Ehren von Edmond de Rothschild angelegt worden waren. Rothschild kaufte Land in Israel, um Juden zu helfen, wieder zurück in ihre Heimat zu gelangen. Wir sahen uns die Gärten an, bekamen etwas über die Entstehung erzählt und betätigten uns körperlich, in dem wir Olivenbäume von Unkraut befreiten. Nach der großen Hitze draußen, waren wir erleichtert wieder im klimatisierten Bus zu sitzen. Wir fuhren nach Osafiya und besuchten ein Ehepaar, welches uns einen Imbiss anbot und uns etwas über ihre Religionsgemeinschaft, die Drusen, erzählte. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es weiter zu einem Trommelworkshop. Durch die Musik und den Spaß, mal das Trommeln ausprobieren zu können, bekamen alle gute Laune. An unserem letzten gemeinsamen Abend machten wir ein Lagerfeuer und grillten. Wir lachten und redeten und waren traurig, dass es fast schon vorbei war.
Am Donnerstag mussten wir uns leider schon wieder verabschieden. Dieser war sehr emotional und es flossen viele Tränen, da diese Woche zu schnell vorüberging und wir unsere neuen Freunde noch nicht verlassen wollten. Es war eine tolle Zeit in Israel und wir freuen uns schon auf September, wenn die israelischen Schüler uns besuchen kommen.